Country: Kamerun

  • Trinkwasserbrunnen in Kamerun, Bafoussam

    Ausgangslage

    Das Collège Bilingue Saint Thomas d’Aquin in Bafoussam steht seit vielen Jahren vor erheblichen Herausforderungen bei der Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Mit insgesamt 1.985 Schüler:innen und 30 Mitarbeitenden ist die Schule stark von dieser prekären Situation betroffen. Der Mangel an sicherem Wasser führt nicht nur zu erhöhten Gesundheitsrisiken für die gesamte Schulgemeinschaft, sondern beeinträchtigt auch den reibungslosen Ablauf des Schulalltags. Sowohl die Schule als auch die umliegende Bevölkerung sind gezwungen, lange Wege zurückzulegen, um Wasser aus oft unsicheren Quellen zu beschaffen.

    Zielsetzung

    Ziel des Projekts ist es, eine nachhaltige und zuverlässige Trinkwasserversorgung für die Schule sicherzustellen. Dazu sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

    • Durchführung einer neuen Feldstudie (hydrogeologisches Gutachten), um den optimalen Standort für eine ergiebige Wasserquelle zu bestimmen
    • Bohrung eines Brunnens zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser
    • Installation eines direkten Verteilungssystems, um den sofortigen Zugang zu Wasser zu gewährleisten

    Langfristig ist ein Folgeprojekt geplant, das den Bau eines Wasserturms sowie die Einrichtung mehrerer Wasseranschlüsse vorsieht. Dadurch soll die Versorgungskapazität erhöht und ein effizienteres Ressourcenmanagement ermöglicht werden.

    Wer profitiert?

    Direkt profitieren die Schüler:innen und das Personal des Collège Bilingue Saint Thomas d’Aquin von einem verbesserten Zugang zu sauberem Wasser. Darüber hinaus wird auch die umliegende Bevölkerung von der neuen Infrastruktur profitieren, da zusätzliche Wasserressourcen verfügbar gemacht werden. Das Projekt wurde vom Cosatho Amity Club, einer Alumni-Organisation der Schule, initiiert und wird durch die Regionalgruppe Bayangam unterstützt, was eine starke lokale Verankerung und Beteiligung sicherstellt.

    Nachhaltigkeit

    Die Nachhaltigkeit des Projekts wird durch mehrere Faktoren gewährleistet:

    • Sorgfältige Planung und Standortanalyse zur Sicherstellung einer langfristig ergiebigen Wasserquelle
    • Aufbau einer stabilen Infrastruktur mit Erweiterungspotenzial (z. B. Wasserturm und zusätzliche Anschlüsse)
    • Einbindung lokaler Organisationen und Gemeinschaften zur Förderung von Eigenverantwortung und Wartung

    Langfristig trägt das Projekt zur Verbesserung der hygienischen Bedingungen, zur Reduzierung wasserbedingter Krankheiten und zur allgemeinen Entwicklung der Region bei. Die adressierten Ziele für Nachhaltige Entwicklung sind:

  • Bayangam

    Die Regionalgruppe Bayangam, Kamerun, wurde im November 2021 gegründet. Im Moment ist die Gruppe hauptsächlich am technischen Gymnasium in Bayangam aktiv und hat schon bei einem Wasserprojekt und einem TCB Projekt der Regionalgruppe Rhein-Main mitgewirkt. Außerdem wurde im Zuge des Projektleiter-Workshops schon ein Mini-Projekt zur Müllentsorgung an der Schule gestartet.

     

  • Plastik-Recycling – Ecoboats mit Madiba&Nature in Kamerun

    Hintergrund

    Plastikverschmutzung ist eine große Herausforderung für die kamerunische Küstenstadt Douala. Unzureichende Entsorgungsstrukturen führen dazu, dass große Mengen an Kunststoffabfällen in der Umwelt landen und Flüsse, Wasserwege und natürliche Lebensräume belasten.

    Unsere Partnerorganisation Madiba & Nature setzt sich vor Ort für den Schutz der Umwelt, die Sammlung von Plastikabfällen und innovative Recyclinglösungen ein. Besonders bekannt ist die Organisation für ihre Ecoboats: Boote, die aus wiederverwendeten Plastikflaschen hergestellt werden und zeigen, wie aus vermeintlichem Abfall ein wertvoller Rohstoff werden kann.

    Unser gemeinsames Projekt

    Seit 2022 unterstützt Technik ohne Grenzen Madiba & Nature dabei, die technischen Voraussetzungen für ihre Umweltarbeit langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.

    Im Laufe des Projekts wurde deutlich, dass zunächst die bestehende Infrastruktur gestärkt werden musste, damit die Recyclingaktivitäten zuverlässig fortgeführt werden können. Gemeinsam konzentrierten wir uns deshalb auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Wiederherstellung wichtiger technischer Anlagen.

    Dabei konnten wir wichtige Fortschritte erzielen:

    • Eine geschützte Werkstatt: Eine neue, umzäunte Werkstatt mit einem geschützten Maschinenbereich bietet den technischen Anlagen einen sicheren Platz und verbessert die Lagerungs- und Wartungsmöglichkeiten.
    • Eine verbesserte Stromversorgung: Rund 1,5 Kilometer beschädigtes Hochspannungskabel wurden instand gesetzt. Damit wurden wichtige Voraussetzungen für eine zuverlässigere und sicherere Stromversorgung geschaffen.
    • Die Instandsetzung der Recyclingtechnik: Die Arbeiten an der hydraulischen Ballenpresse wurden vorangetrieben. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Verarbeitung von gesammelten Kunststoffabfällen und erleichtert deren Lagerung und Transport.
    • Gestärkte Arbeitsbedingungen: Die verbesserten räumlichen und technischen Voraussetzungen helfen Madiba & Nature dabei, die eigene Umweltarbeit fortzuführen und die nächsten Entwicklungsschritte vorzubereiten.

    Was bleibt?

    Mit dem Abschluss des Projekts Ende 2026 ist eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit von Madiba & Nature geschaffen. Die neue Werkstatt ist eine langfristige Investition in die lokale Infrastruktur. Die verbesserte Stromversorgung und die Arbeiten an den Recyclinganlagen unterstützen den weiteren Aufbau verlässlicher Recyclingprozesse.

    Da sich das Projektgelände im Besitz von Madiba & Nature befindet, können die geschaffenen Strukturen langfristig genutzt und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig bringt die Organisation viel Erfahrung in Umweltbildung, gemeinschaftlicher Abfallsammlung und innovativen Wiederverwendungskonzepten mit.

    So trägt das Projekt dazu bei, lokale Kapazitäten für den Umgang mit Plastikabfällen zu stärken und die Voraussetzungen für weitere Umwelt- und Bildungsaktivitäten zu verbessern.

    Gemeinsam weiterdenken

    Die Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig es ist, technische Lösungen an die tatsächlichen Bedürfnisse unserer Partner anzupassen. Nicht immer führt der direkte Weg zum Ziel – manchmal ist es entscheidend, zunächst die Grundlagen zu schaffen, auf denen langfristige Wirkung entstehen kann.

    Für die Zukunft bieten sich weitere Möglichkeiten: etwa bessere Transportlösungen für die Sammlung von Plastikabfällen, der Ausbau der Recyclingkapazitäten und die Weiterentwicklung der Ecoboats als sichtbares Beispiel für kreative Wiederverwendung.

    Wir bedanken uns bei Ismael Essome Ebone und dem gesamten Team von Madiba & Nature für die Zusammenarbeit und ihr kontinuierliches Engagement für den Umweltschutz in Kamerun.

    Adressierte SDGs